Facts zur Entstehung von „Emba – Bittersüße Lüge“

Kapitel 1 (Gefährliche Spritztour)

Die erste Idee für die Welt von „Emba“ kam mir etwa drei Jahre bevor ich angefangen habe, Emba zu schreiben. Damals schrieb ich eine Kurzgeschichte für einen Fantasy-Geschichtenwettbewerb und kam in die Vorauswahl, habe jedoch nicht gewonnen. Ich hatte eigentlich nie vor, daraus mehr zu machen, doch die Idee blieb mir im Kopf und ließ mich nicht los, bis ich begann, sie zu einem Roman auszuarbeiten. Die Inspiration für die Grundidee hängt wohl ganz klar mit meinem Umweltschutz- und Artenschutz-Interesse zusammen. Dieser Zusammenhang wird allerdings erst später klar …

Kapitel 2 (Die Jägerschule von Pantreas)

Ich habe mich ständig umentschieden, wie ich in die Geschichte richtig einsteigen sollte. Ich glaube, dieses und das nächste Kapitel habe ich circa fünfmal umgeschrieben, weil ich nie zufrieden war. Das war eine Erleichterung, als ich über den Punkt erstmal hinaus war!

Kapitel 3 (Die Eignungsprüfung)

Mit meiner Hauptfigur habe ich etwas Risikoreiches gewagt, das man nicht oft findet in der Literatur: Denn Emba ist nicht unbedingt nur sympathisch. Sie ist verzogen, sehr von sich überzeugt (fast bis zur Arroganz) und kratzbürstig. Natürlich durchläuft sie eine gewisse Veränderung im Laufe der zwei Bücher, aber anfangs kann ihr Charakter es dem Leser wohl etwas schwermachen, sich mit ihr zu identifizieren. Ich hoffe, dass meine Leser das nicht gleich verurteilen, sondern es als erfrischende Andersartigkeit ansehen inmitten eines Buchmarktes, wo die Charaktere alle möglichst nett und schüchtern und voller Selbstzweifel sind, um es dem Leser so einfach wie möglich zu machen, sie zu mögen. Um ehrlich zu sein: Emba war in der ersten Version der Geschichte noch weitaus schlimmer. Meine Lektorin hat mich schon davon überzeugt, ihr etwas die Kanten und Ecken zu nehmen. Und ich stelle eine Behauptung auf: Ich behaupte, der Leser wird Emba im Laufe der Geschichte trotzdem voll und ganz ins Herz schließen, vielleicht sogar umso mehr, weil sie nicht so fehlerfrei ist wie manch anderer fein-geschliffener, unaufregender Fantasy-Protagonist.

Kapitel 5 (Die Arena)

Ich verwende generell viel Zeit darauf, passende Namen für meine Figuren zu finden. Irgendwie müssen Klang und Gefühl zum Charakter passen, finde ich, und das ist nicht immer einfach. Der Name von Emba stand jedoch von Anfang an fest, weil er einfach perfekt war. Ich würde gerne behaupten, dass ich ihn erfunden habe, aber es war eine Freundin von mir, die ihn einmal erwähnte, und ich wusste: Das muss ich mir merken. Übrigens: Die Menschen in Embas Welt haben nur einen Namen, nicht Vor- und Nachnamen. Möchte man jemandem respektvoller ansprechen, setzt man einfach ein „Herr“ oder „Frau“ vor den Namen.

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„Ich schreibe am liebsten Zuhause.“

Kapitel 6 (Fynn)

Ich werde oft gefragt, wo ich meine Inspirationen und Ideen herbekomme. Und natürlich ist es immer wieder so, dass ich im Alltag etwas sehe oder jemand etwas sagt, woraufhin ich denke: „Das muss ich mir merken!“ oder „Da kann ich was draus machen“. Doch noch viel öfter ist es tatsächlich so, dass ich mich einfach an den Schreibtisch setzen und wirklich nachdenken, überlegen, Handlungsstränge planen und ausarbeiten muss. Ich glaube, wenn ich immer nur darauf warten würde, dass von irgendwo die „Inspiration“ herkommt, hätte ich kaum je eine Geschichte fertiggeschrieben.

Kapitel 7 (Die Tochter von Industria)

Ich denke mir gerne zu jeder Figur zumindest grob ihre Hintergründe aus: Wo kommt sie her, was sind ihre Wünsche, Ängste, Erfahrungen …? Ich finde, das hilft ungemein, um Charaktere glaubhaft schreiben zu können. Manchmal kommen so ganze Lebensgeschichten zu einzelnen Personen zustande, die es überhaupt nicht bis ins Buch schaffen. Kendra ist so ein Beispiel. Ich weiß ziemlich genau, wo sie herkommt. Dass sie sich in einem Haushalt voller Brüder behaupten musste und schließlich voller Eifer und Ehrgeiz zur Jägerschule von Pantreàs ging, wo sie mit Bestnoten abschloss und alle Großes von ihr erwarteten. Doch Kendra, die immer so dafür gekämpft hatte, nicht die Rolle des schwachen, zimperlichen Mädchens aufgedrückt zu bekommen, musste auf einmal feststellen, dass etwas Unaussprechliches sie davon abhielt, den Beruf der Jägerin auszuführen: Sie hatte tatsächlich Mitleid mit den Runaren. Natürlich konnte sie das niemandem sagen; man hätte sie für verrückt erklärt, etwas anderes als Hass für die bestialischen Runare zu empfinden. Ihre eigenen Gefühle widerten sie an und waren ihr peinlich, doch sie konnte nicht dagegen ankämpfen. Sie hatte allerdings keine andere Ausbildung und brauchte einen Job, also entschied sie sich dafür, Lehrerin an der Jägerschule zu werden, und so immerhin nicht selbst diejenige sein zu müssen, die die Waffe abdrückte. Mehr und mehr unglücklich in ihrem Beruf, selbst enttäuscht von ihrem inkonsequenten Verhalten, verwirrt von ihren unnormalen Gefühlen und unfähig, mit irgendwem darüber zu reden, verlor Kendra im Laufe der Jahre vieles von ihrem ursprünglichen fröhlichen und sorglosen Selbst, wurde wortkarg und schroff und ließ niemanden mehr an sich ran.

Kapitel 8 (Wipfelstürmer und Sturmtaucher)

Die Technik, die Emba und ihre Klassenkameraden in diesem Kapitel lernen, um ohne Hilfsmittel außer einem Streifen Stoff einen kahlen Baumstamm zu erklimmen, habe ich mir von – wirklich beeindruckenden – karibischen YouTube-Videos abgeguckt, wo Zucker- und Kokosnusspalmen erklommen werden. Beispielsweise dieses hier:

Kapitel 9 (Auf dem Dach)

Ich schreibe am liebsten Zuhause. Es muss nicht komplett still sein, manchmal finde ich es sogar ganz schön, im Hintergrund meine Mitbewohner zu hören oder die Geräusche von der Straße, die durchs offene Fenster hereinwehen. So sah zum Beispiel mein Arbeitsplatz in meinem Zimmer in Edinburgh aus (Bild im Anhang). Hier habe ich zwar nicht Emba, aber dafür meine letzte Geschichte „Sterbende Sterne“ geschrieben.

Kapitel 10 (Flugunterricht)

„Emba“ ist nur als eBook erschienen und nicht als Printausgabe. Die Begründung meines Verlags für diese Entscheidung hat mich ehrlich gesagt ziemlich überrascht: Emba erschien ihnen am Anfang wie ein Science-Fiction Roman. Erst im Nachhinein (vermutlich so richtig erst im zweiten Teil) wird klar, dass es ein Fantasy Roman ist. Für mich war „Emba“ ganz klar immer eine Fantasy Geschichte, wobei die Fantasy-Welt, in der „Emba“ spielt, mit ihrer fortgeschrittenen Technik, einfach bestimmte Züge hat, die wir normalerweise mit Zukunftswelten und Sci-Fi verbinden.

Kapitel 11 (Eine neue Freundin)

Ganz am Anfang eines neuen Buchprojekts sammle ich gerne Ideen und Stichpunkte in Notizbüchern, ehe ich mich an meinen Laptop setze und wirklich schreibe. All die grobe Planung passiert in kleinen Büchern wie diesem, dass mir meine Schwester zum 22. Geburtstag geschenkt hat. Passenderweise hat sie es mit einem Zitat von eines meiner Lieblingscharaktere aus einem meiner Lieblingsbücher verziert.

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„Ich sammle gerne Ideen und Stichpunkte in Notizbüchern.“

Kapitel 12 (Abenteuer in der Nacht)

Ich habe schon verraten, dass Embas Charakter anfangs noch ein wenig eigensinniger und schroffer war in der allerersten Version der Geschichte. Genauso war sie Fynn gegenüber extrem kratzbürstig. Ich fand die Idee erfrischend, eine Liebesgeschichte zu haben, die nicht von Anfang an absehbar ist, und in der Emba sich nicht gleich Hals über Kopf in Fynn verliebt. Gemeinsam mit meiner Lektorin habe ich die Liebesgeschichte mit Fynn dann aber weiter ausgebaut. Ich schätze, wenn man Romane schreibt, von denen man will, dass sie ein großes Publikum finden, darf man nicht nur für sich selbst schreiben, sondern muss auch im Blick haben, was die Zielgruppe gerne lesen will.

Kapitel 13 (Ein Verdacht)

Die PMEs in „Emba“ sind natürlich eine kleine Allegorie zu unseren Smartphones. Ich glaube, es wird nicht mehr lange dauern und unsere Handys werden genauso „lebensnotwendig“ und die Menschen im Alltag genauso abhängig von ihnen sein wie die Bevölkerung in Embas Welt von ihren PMEs. Oder vielleicht ist es schon längst so weit …?

Kapitel 14 (Gefangene unter der Erde)

Ich finde den Gedanken, immer wieder den gleichen Albtraum zu haben, so wie Emba, nicht nur gruselig, sondern auch unglaublich frustrierend. Ich träume so gut wie jede Nacht und habe eigentlich nie wiederkehrende Träume. Meist entschlüpft mir die Erinnerung an das, was ich geträumt habe, im Laufe des Morgens, doch beim ersten Aufwachen, sind die Bilder und Szenen immer noch da. In der Regel sind meine Träume so verwirrend und sinnlos, wenn man sie mit wachem Verstand betrachtet, dass es unmöglich ist, sie wiederzugeben. Trotzdem möchte ich sie nicht missen und ich finde es wirklich traurig, wenn mir Menschen erzählen, dass sie überhaupt nicht träumen. Ob das möglich ist, frage ich mich – oder vergessen sie einfach nur, was sie geträumt haben? Und macht das einen Unterschied? Vermutlich schon.

Kapitel 15 (Explosive Stimmung)

Nicht viele Menschen kriegen zu sehen, was ich schreibe, während ich im Schreibprozess bin. In der Vergangenheit habe ich es schon mal so gemacht, dass ich jedes Kapitel, sobald es fertig ist, einer Freundin schicke und von ihr Feedback kriege. Die beiden Teile von „Emba“ habe ich allerdings von vorne bis hinten geschrieben, ohne dass jemals jemand etwas davon gelesen hätte. Sobald ich fertig war, war meine Mutter dann die erste Testleserin – wie fast immer, wenn ich eine Geschichte fertig schreibe.

Kapitel 16 (Das Labyrinth)

Aus irgendeinem Grund üben Irrgärten und Labyrinthe eine gewisse Faszination auf mich aus. Ich habe es als Kind geliebt, durch Mais- oder Spiegel-Labyrinthe zu laufen und den Nervenkitzel auszukosten, wenn man meint, sich für immer verlaufen zu haben. Besonders aufregend fand ich ein Labyrinth am sogenannten Drei-Länder-Eck, wo sich Belgien, die Niederlande und Deutschland treffen und in dessen Nähe ich aufgewachsen bin. Hier sind die Wege von undurchdringlichen Hecken eingeschlossen und dazwischen wird der Durchgang immer wieder von in die Höhe sprudelnden Wasserfontänen versperrt. Mutige können hindurchspringen und es in Kauf nehmen, nass zu werden, alle anderen müssen umkehren oder warten, bis die Fontäne wieder im Boden versinkt. Aber wehe, sie sprudelte genau in dem Moment los, wenn man sich sicher glaubt, und hinüber gehen will …

Kapitel 17 (Ferien in Pantreàs)

Gewissermaßen taucht Bakari schon in einer völlig anderen Geschichte auf, die ich mit etwa 14 Jahren geschrieben habe. Dort war er Pirat auf einem berüchtigten Piratenschiff und von oben bis unten mit Tattoos bedeckt. Sein Charakter war ansonsten aber ziemlich identisch zu „Embas“ Bakari.

Kapitel 19 (Nahkampf gegen Runare)

Ich kann überhaupt nicht gut malen oder zeichnen. Ich weiß, dass viele Autoren Skizzen zu ihren Geschichten machen, während sie Schauplätze, Szenen oder Figuren erdenken, und manchmal werde ich gefragt, ob ich das auch mache. Doch ich habe nie das Bedürfnis danach gespürt – bis ich Emba geschrieben habe und anfing, mir verschiedenste Runargestalten auszudenken. Da ertappte ich mich auf einmal dabei, Strichzeichnungen zu machen, um meiner Vorstellungskraft auf die Sprünge zu helfen. Da mir jedoch – wie gesagt – eindeutig das Talent fehlt, sind diese Skizzen leider nicht besonders sehenswert!

Kapitel 21 (Runar-Alarm)

Ein paar Details und Hintergründe, die die Welt von Emba beschreiben, wurden im Laufe des Lektorats gekürzt, um die Handlung weniger abzubremsen. So auch die Beschreibung des Spiels „Reflektika“, das Emba und Coco in diesem Kapitel spielen. Für alle, die mehr darüber erfahren wollen, habe ich hier den Absatz, wie er in der ursprünglichen Form des Manuskripts vorkam, kopiert: „Emba und Coco hatten nach dem Fitnesstraining keinen weiteren Unterricht und vertrieben sich die Zeit mit einer Partie Reflektika. Dabei projizierte jeder von ihnen mit seinem PME ein achteckiges Energiefenster in die Luft, dass sie mit Bewegungen ihres PMEs– in Embas Fall des linken Arms, an dem sie ihr PME trug –durch die Luft steuern konnten. Coco projizierte außerdem einen kleinen roten Energieball, auf dessen Flugbahn sie jedoch keinen Einfluss mehr hatte, nachdem er einmal losgeschickt wurde. Nun ging es darum, den Ball hin und her zu spielen, indem sie ihn mit den Energiefeldern zurückreflektierten. Erwischte jemand den Ball nicht, bekam er einen Strafpunkt. Er flog in dem Falle ein paar Meter, verlor dann den Kontakt zu Cocos PME und löste sich in Luft auf. Geübte Spieler konnten dies mit mehreren Bällen oder sogar mehreren Energiefenstern zugleich spielen – Coco und Emba waren jedoch schon mit der einfachen Version durchaus gefordert. Immer schneller sprangen sie nach links und rechts und in die Luft, um den Energieball weiter und höher zu schlagen.“

Kapitel 22 (Zwischen Traum und Wirklichkeit)

Würde man mich nach meinem Lieblingskapitel in „Emba – Bittersüße Lüge“ fragen, ich denke, das hier wäre meine Antwort.

Kapitel 23 (Die Wahrheit)

Embas Runar hat eine Wolfsgestalt und das kommt nicht von Ungefähr. Ich liebe Wölfe und in meinem ehrenamtlichen Engagement für den WWF habe ich mich viel mit dem Thema der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland auseinandergesetzt. Leider haben viele Menschen diesen scheuen Tieren gegenüber ungerechtfertigte Vorurteile, sehen sie geradezu als menschenfressende Bestien an. Diesen Ruf haben sie sicher nicht zuletzt Grimms Märchen zu verdanken, wo allzu oft der „böse Wolf“ eine Rolle spielt. Ich wollte mit dem schlechten Ruf der Wölfe in der Literatur ein wenig aufräumen – und außerdem Emba einen Runarpartner geben, der zu ihr passt: Wild, frei, stark und unabhängig.

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