Carolin Rath Interview Das Erbe der Wintersteins
Autorin von ``Das Erbe der Wintersteins`` unserer Familiengeheimnis-Reihe
Interview mit beHEARTBEAT Autorin Carolin Rath

be-ebooks: Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Carolin Rath: Ich bin bereits als Kind zum Schreiben gekommen, als ich versucht habe, für meine Lieblingsmärchen von Hauff eine Art Drehbuch zu schreiben. Daran bin ich aber kläglich gescheitert… lach… und das ist im Nachhinein auch besser so. Später habe ich dann versucht, mir neue Geschichten für Raumschiff Enterprise auszudenken, eine frühe Vorstufe zur Fan-Fiction sozusagen. Das war damals der Augenblick, das war ja so in den Siebziger Jahren, also sozusagen frühes TV-Pleistozän, in dem sogar meine sehr antiautoritär und frei eingestellte Mutter gedacht haben muss:  „Aus der kann später mal nix Ernsthaftes werden“… lach…

Wie bist du auf die Idee zu deinem Buch gekommen?

Diese Ideen wachsen für gewöhnlich im reichen Garten meiner Fantasie ziemlich üppig vor sich hin. Es gibt so viele Themen, die ich sehr interessant finde, historische Themen interessieren mich besonders, aber ich gärtnere auch in anderen Beeten ab und zu ganz gerne.

Wie gut kennst du deine Figuren? Weißt du, wann sie Geburtstag haben, was sie am liebsten essen und was ihre größte Angst ist?

Also, ich sag mal so … ein paar Geheimnisse muss doch jeder auch für sich behalten, auch die Figuren eines Romans. Wenn diese Geheimnisse nun ausgesprochen relevant für die Handlung sein sollten, werde ich sie natürlich sofort und auch ohne Erbarmen aus meinen Protagonisten und Nebencharakteren herauspuhlen, aber in ihrer Freizeit dürfen sie machen, was sie wollen und da bin ich auch diskret …lach… nein, ich entwickle die Biographien meiner Charaktere also bedürfnisangepasst. Muss ich wissen, wann sie Geburtstag haben, weil es im Manuskript eine Rolle spielt, ja, dann weiß ich es auch selbstverständlich. Spielen die Ängste einer Figur eine Rolle im Manuskript …schwupps… wer kennt sich mit diesen spezifischen Ängsten im Inneren eines Protagonisten am besten aus … ? Ich. So läuft das bei mir.

Was war für dich das Schönste am Schreiben?

Bei diesem Buch fand ich die Wechsel zwischen den beiden verschiedenen Zeitebenen besonders reizvoll. Und generell ist das Schönste am Schreiben, mit einer Geschichte zu verwachsen, die Charaktere kennenzulernen, sich auch selbst durch ihre Handlungsweisen überraschen zu lassen, sich in die Dynamik einer Story zu begeben, die ja durchaus auch mal ein Eigenleben entfaltet. Manchmal gibt es eine Wendung, die man selbst als Autorin oder Autor so gar nicht vorausgesehen hat, selbst wenn man jemand ist, der vorher enge Storylines entwirft. Mach ich persönlich jetzt nicht so, aber trotzdem hat jede Autorin, jeder Autor wenigstens eine grobe Richtung im Kopf, in die es ja gehen soll. Manchmal machen die Protagonisten aber einfach, was sie wollen …lach… das ist für mich das Faszinierendste am Schreiben überhaupt. Diese Dynamik, diese Art von freigelassener Fantasie.

Was ist das Schlimmste am Schreiben?

Ein Buch zu beenden, wegzugehen und Abschied zu nehmen von den Charakteren. Am schlimmsten ist es, wenn Protagonisten oder liebgewonnene Charaktere in der Handlung sterben.

Wie recherchierst du für deine Bücher?

Vieles wächst natürlich aus eigenen Erfahrungen, aus der persönlichen Lebensgeschichte. Aber ganz oft auch ziemlich altmodisch, indem ich einfach ein Buch zu einem Recherchethema in die Hand nehme und es lese. Nachdem ich früher teilweise eher bibliophil war – die jüngeren werden sich jetzt vielleicht nicht unbedingt erinnern, aber es war tatsächlich früher üblich, Bücher zu Hause in Regalen zu sammeln…lach…- musste ich vor einigen Jahren meinen eigenen Bestand wirklich extrem reduzieren. Dann entdeckte ich die Segnungen des ebooks. Viiiiiel Information auf kleinem Raum. Tolle Sache. Ich mag diesen ganzen Computerkram überhaupt sehr. Deswegen recherchiere ich selbstverständlich auch im Internet und wenn es nur eine Frage zum Bestand eines Buches in einer Bücherei ist… lach… nein, ernsthaft. Ich habe keine Berührungsängste und empfinde es als großartige Chance, auch im Internet Wissen zu finden und weiterzugeben.

Gibt es eine Lieblingsstelle in deinem zuletzt veröffentlichten Text?

Ja. Und die soll ich jetzt verraten? Nee, das kann doch nicht euer Ernst sein….Spoiler……

Was hält dich am ehesten vom Schreiben ab?

Persönlicher Kram wie z.B. ungelöste Probleme, nervige Pflichttermine oder unvorhergesehener Stress und natürlich jede Art von Liebeskummer. Ganz simpel eben das, was alle kennen. Wer kann mit sowas schon gut arbeiten?

Hattest du schonmal eine Schreibblockade? Wenn ja, was hast du dagegen getan?

Ja, klar. Furchtbar. Kann wie ein lästiger Schnupfen sein, der nicht mehr verschwindet. Und je doller man sich wünscht, man könnte sich endlich wieder voller Elan an den PC schwingen, desto klemmiger wird die blöde Blockade. Aber es ist nur eine Definitionsfrage. Also entspannen. Nicht vor dem PC kauern und auf den leeren Bildschirm starren, vor allem keine traurige Musik dazu hören, stattdessen lieber etwas ganz anderes tun, was den ganzen Körper in Bewegung bringt. Sport, Tanzen, Freunde besuchen, irgendwas. Merke: Eine Schreibblockade ist nicht dein Feind. Eine Schreibblockade sagt dir nur auf unmissverständliche Weise, dass, was immer auch in Dir steckt, einfach noch ein bisschen bebrütet werden muss, bevor es aufgeschrieben wird. Das ist alles.

Was ist der merkwürdigste Ort, an dem du je geschrieben hast?

Tja, da muss ich leider passen. Ich bin diesbezüglich völlig konservativ. Ich brauche zum Arbeiten vor allem ein ruhiges, ungestörtes Plätzchen und eine rückenfreundliche Sitzgelegenheit, auf der ich es einige Stunden aushalten kann. Damit scheiden schon mal alle total superkreativ verrückten Plätze dem Grunde nach flach, wie z.B. Astgabeln in hundert Jahre alten Bäumen, Partykeller, U-Bahnschächte oder sonstiges. Ja, ich weiß…. Langweilig….lach…

Mehr Information zur Autorin:

Rath, Carolin

Carolin Rath, Jahrgang 1964, studierte Sozialwesen und schreibt seit ihrer Kindheit Geschichten und Romane. Sie sitzt gern in Zeitmaschinen und bereist in ihrer Phantasie die jüngere und weiter zurück liegende Vergangenheit, wobei sie als permanenten Wohnort jedoch die Gegenwart eindeutig vorzieht. Wenn sie nicht gerade schreibt, unterrichtet sie an der Volkshochschule oder geht einem ihrer zahlreichen Hobbys nach. Sie wohnt in einem kleinen, alten Fehnhaus in Ostfriesland, umgeben von Eichen, Wallhecken und Feldern.

 

Mehr Information zu »Das Erbe der Wintersteins«:

Der Geruch nach Karbol, knarzende Dielenböden, fahrende Kuriositäten und ein dunkles Geheimnis … das ist „Das Erbe der Wintersteins“.

„Ihr Vater war kein Mann der langen Umschweife. Sie wusste, er würde gleich zur Sache kommen und das tat er auch. ‚Die Firma steckt in Schwierigkeiten. Wir müssen investieren. Ich werde die Winterstein Villa verkaufen!'“

‚Nein, das kannst du nicht machen!‘ Celine stellte ihre Tasse so heftig auf den Tisch, dass der Kaffee überschwappte. ‚Nicht die Villa!'“

Spätes 19. Jhdt.: Claire wurde als Baby aus einer verunglückten Kutsche fahrender Schausteller gerettet und kam auf dem Hof der Wintersteins unter. Dort muss sie sich ihre Daseinsberechtigung jedoch durch harte Knochenarbeit verdienen. Als überraschend ein Professor aus der Stadt nach ihr schickt und sie um ein Treffen in seinem Krankenhaus bittet, macht sie sich umgehend auf den Weg. Sie wird in einen dunklen Raum im Keller des Krankhauses geführt. Was sie dort erfährt, erschüttert sie zutiefst und sie weiß nicht mehr, was sie noch glauben soll.

2016: Celine Winterstein liebt die alte Villa in Meylitz, die schon seit Jahren im Besitz der Familie ist und mittlerweile leer steht. Doch weil der Familienkonzern in finanziellen Schwierigkeiten steckt, bleibt ihnen keine Wahl: Die Villa muss renoviert und verkauft werden. Schweren Herzens begibt sie sich ein letztes Mal dorthin, um den Verkauf in die Wege zu leiten. Die Bauarbeiten bringen immer mehr Hinweise auf die Geschichte ihrer Urgroßmutter Claire zum Vorschein, die die Villa damals gekauft hat. Und ein düsteres Geheimnis, das niemand jemals geahnt hätte.

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