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Autor Peter Martin über Spukhäuser, Horrorfilme und was uns daran so fasziniert
Wer war noch nie in einem Geisterhaus?

Mein erstes Geisterhaus: Das Haus meiner Kindheit

Als Sechsjähriger war ich ganz sicher, dass in meinem Zimmer ein Mann stand, sobald ich das Licht ausschaltete. Also weigerte ich mich fast ein Jahr lang, im Dunklen zu schlafen! Später, in einem anderen Haus in Hamburg, hatte ich (und andere Bewohner) den Eindruck, dass im alten Fahrstuhl ein Poltergeist wohnte, der ihn ständig anhalten oder in die entgegengesetzte Richtung fahren ließ. Und noch später, in Madrid, stand ich fasziniert vor dem Palacio de Linares, einem prachtvollen Haus mitten im Zentrum, in dem der Geist eines kleinen Mädchens spuken sollte. Nur eine Legende, dachte ich. Aber eine gute, spanische Freundin war sich ganz sicher, in der Nacht den traurigen Gesang der Kleinen selbst gehört zu haben …

Es gibt sie überall

Das Netz ist voll von Artikeln und kleinen Filmchen aus aller Welt, in denen einsame Wanderer durch halbdunkle Häuser schleichen und diffuse Schatten durch leere Zimmer schweben. In Großbritannien sind Haunted Houses Teil der nationalen Folklore, es gibt kein Schloss oder Landhaus, in dem nicht mindestens ein toter Duke oder eine bleiche Lady ihr Unwesen treiben.

Auch auf Jahrmärkten gehören Geisterbahnen und -kabinette zu den zeitlosen Klassikern. Genauso im Kino: Nach Blockbustern wie Shining, The Others oder Poltergeist wird kaum einer alleine zu Hause bleiben wollen.

Teil der Popkultur

In diversen internationalen Metropolen können sich Mutige in Dungeons von maskierten Schauspielern durch die Gänge treiben lassen und lernen dabei sogar etwas über die jeweilige Geschichte der Stadt. Und für die, denen das alles noch nicht schrecklich genug ist, warten in alten Fabriken und Lagerhäusern kunstvoll choreographierte Horrorwelten mit von professionellen Maskenbildnern designten Untoten und Zombies – mit der Lizenz zum Anfassen.

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Geisterhaus der Superlative

McCamey Manor, ein Geisterhaus in Südkalifornien ist so gruselig und so brutal, dass jeder Gast vorher schriftlich garantieren muss, dass er oder sie ein starkes Herz hat. Die Horror-Betreiber sind sehr stolz darauf, dass es bisher noch kein Besucher bis zum Ausgang geschafft hat. Trotz des wüsten Gewaltrausches oder gerade deshalb standen im letzten Jahr noch 27.000 Menschen auf der Warteliste.

Wahrscheinlich ist es der sportliche Ehrgeiz, der Wunsch, die Grenzen der eigenen psychischen Belastbarkeit auszuloten, der die Verrückten dazu treibt, sich auf die genannten Tortouren einzulassen. Doch mit dem wirklichen Leben hat dieser Horror-Overkill natürlich wenig zu tun. Und lässt sich deshalb wohl letztendlich aushalten.

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Woher kommt die Faszination?

Aber bei „echten“ Spukhäusern macht genau das den Reiz aus. Geister kommen auf leisen Sohlen. Die große Frage: Kann es sein, dass es dort wirklich etwas gibt? Etwas, das wir nicht verstehen? Ein Tor in eine andere Welt. Etwas, das unserer kleinen Existenz Sinn gibt, weil es ein Leben über den Tod hinaus verspricht. Eine andere, unbekannte Dimension. Etwas Übersinnliches oder Unendliches, wie man es normalerweise nur spürt, wenn man unsterblich verliebt ist.

Das Friedmann-Haus

Aber wer kennt schon die Wahrheit? Der Geist in meinem Elternhaus war schließlich nur der Kleiderschrank, dessen Scharniere im Dunklen wie Augen funkelten.

Auch in meinem Roman gibt es viele unheimliche Ereignisse, die sich zunächst nicht erklären lassen: In einem alten Berliner Haus verschwinden Menschen, von einem Augenblick zum anderen, ohne jede Spur. Schreie hallen durch die langen Flure. Schatten tauchen plötzlich auf. Und ein Fahrstuhl besitzt auf einmal ein seltsames Eigenleben…

Jan Bertram, ein junger Szenejournalist zieht in das Haus ein und versucht der Sache auf den Grund zu gehen. In dem Blog, den er über seine Abenteuer schreibt, sind Geister nur eine Erklärung für die Vorkommnisse im Friedmann-Haus.

Dann entdeckt er die Wahrheit. Und sie ist noch viel unglaublicher, als er es sich je hätte vorstellen können.

Mehr Information zu »Das Friedmann-Haus«:

Das Friedmann-Haus

4 von 5
6,99 

Aus diesem Haus verschwinden Menschen. Plötzlich. Spurlos.

Jan, ein junger, erfolgloser Berliner Blogger und Szenejournalist, zieht ins Friedmann-Haus ein. In diesem denkmalgeschützten, aber leicht verwitterten Schmuckstück in Schöneberg haben sich in den letzten Wochen drei Personen scheinbar in Luft aufgelöst: Der Hausmeister, dessen Tageszeitung man aufgeschlagen auf dem Tisch fand. Eine alte Dame, deren Tee noch auf dem Herd kochte. Und eine Studentin, die ihren angeschalteten Laptop zurückließ. Die Polizei konnte keinen Hinweis auf ein Verbrechen finden …

Jan will dem Geheimnis des Friedmann-Hauses auf die Spur kommen und darüber in einem Blog berichten. Aber auch er hat Geheimnisse, und sein Interesse am Friedmann-Haus hat sehr persönliche Gründe. Als die Vermissten wieder auftauchen, nur um fast sofort wieder zu verschwinden, wird die ganze Sache immer unheimlicher – und gefährlicher!

Ein temporeicher, atmosphärischer Thriller, in dem es vielleicht nicht für alles eine natürliche Erklärung gibt …

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Dieser Blogbeitrag wurde verfasst von:

Martin, Peter

Peter Martin wurde 1964 in Hamburg geboren. Nach einem Studium der Geschichte in Hamburg und Madrid arbeitete er zunächst als Taxifahrer, Fußmodel, Gagschreiber, Musikjournalist, Werbetexter und Computerspielentwickler. Seit 1996 verdient er seinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Drehbüchern und Romanen. Peter Martin wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Köln.

https://www.youtube.com/watch?v=V3i7FNknRto

Kurzinterview mit »Leben Lieben Lachen Lesen«:

Bitte beschreiben Sie ihr Buch mit ihren eigenen Worten.

Ein Großstadtthriller über ein Geisterhaus mitten in Berlin. Ein Krimi mit fantastischen Elementen. Und die Geschichte einer Liebe über alle Grenzen hinweg.

Sie sind mit ihrem Roman über einen Berliner-Blogger nah am Puls der Zeit. Kennen Sie sich mit dem Thema bestens aus oder mussten Sie recherchieren?

Es geht. Einen eigenen Blog habe ich nicht, dafür aber großen Respekt für alle Blogger, die mit so viel Enthusiasmus und Begeisterung im Netz aktiv sind. Schwieriger war es mit dem Inhalt des Blogs. Es geht um Verschwörungstheorien, da waren schon einige Recherchen erforderlich – auch wenn sie am Ende gar keine so große Rolle spielen.

Das Ende Ihres Buchs ist eher außergewöhnlich. War es von Anfang an so geplant oder hat sich das beim Schreiben ergeben?

Das war von Anfang an so geplant. Überhaupt ist der Schluss oft das Erste, womit ich bei einer Geschichte anfange. Bei dieser war die Struktur vorher besonders sorgfältig geplant, und - anders als sonst oft - ist auch alles so geblieben.
 

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