Tausend tode Der dritte Mord Oliver Becker
Oliver Becker über sein Leben als Krimi Autor und was es heißt, tausend kleine Tode sterben zu müssen.

Einen Tod muss man sterben … Oder tausend Tode?

Manchmal muss man ein bisschen sterben, um weiterleben zu können. Oder auch: um weiterschreiben zu können. Denn der Weg von einer Idee zu einem fertigen Roman ist lang und mühsam. Und hin und wieder muss man ein wenig bluten. Klingt vielleicht drastisch, aber ich bin mir sicher, dass das trotzdem ganz treffend ist.

Die tausend Tode eines Krimi-Autors

Als Autor erfindet man nicht einfach nur Figuren, damit jemand die Handlung vorantreibt – als Autor lebt man quasi mit ihnen. Er stellt sie sich als Wesen aus Fleisch und Blut vor. Er leidet ihn mit ihnen, und es geht ihm unter die Haut, wenn sie Schmerzen erdulden und Schicksalsschläge überstehen müssen. Und so ist es einer dieser tausend Tode auf dem Weg zum Buch, dass man sich von Romanfiguren trennen muss, indem man sie sterben lässt. Oder auswandern lässt. Oder … Es gibt so viele Möglichkeiten, und gerade auch das ist immer ein kleiner Tod: eine Entscheidung treffen zu müssen. Wohin geht es mit dieser oder jener Figur? Wie wird aus dem naiven hübschen Mädchen jemand, der fürs Leben gewappnet ist? Womöglich nur durch ein unerwartetes, sehr schlimmes Erlebnis. Und wie wird aus einem knallharten Widerling plötzlich eine Person, die der Leser lieben lernt?

Der Kampf, die richtige Balance zu finden

Schon vor dem ersten niedergeschriebenen Wort geht es los mit den Kämpfen mit sich selbst: Welche Geschichte schreibt man überhaupt? Wie viel Humor verträgt etwa ein Spannungsroman? Wie viel Spannung eine Liebesgeschichte? Welche Figur wird die Handlung beschleunigen – und welche ein Dasein als Randerscheinung fristen? Und welche wird die Story nicht überleben? Ein ständiger Kampf. Fragen, Antworten, Sackgassen, aus denen ein Ausweg geschaffen werden muss. Geschriebene und für gut befundene Teile werden gestrichen, neu entwickelt, neue Handlungsstränge zu Papier gebracht. Und irgendwann ist der Autor endlich da, wo er hinwollte – bei einem fertigen Manuskript. Trotzdem geht der Kampf geht weiter. Alles noch einmal in Frage stellen, überdenken, gegen den Strich bürsten.

Die Mühe lohnt sich

In der Tat, das klingt mühsam. Und doch ist es unendlich faszinierend, begeisternd, beflügelnd, eine Geschichte und ihre Figuren zum Leben zu erwecken. Genau das macht Schreiben für mich aus. Mein neuer Kriminalroman »Der dritte Mord« ist ein ideales Beispiel für dieses Ringen. Denn ursprünglich war das Werk fast doppelt so umfangreich, mit einer Reihe von Figuren, die es letztlich nicht in den fertigen Roman „geschafft“ haben.

[Leseempfehlung vom »be«-Team: Was Statistik mit Psychothrillern zu tun hat]

In »Der dritte Mord« hält eine Mordserie an Prostituierten den Düsseldorfer Stadtteil Eller in Atem. Oder sind es gar zwei Mordserien? In dem modernen Großstadtkrimi geht es definitv um mehrere Morde, tausend kleine Tode und eine junge Frau, die davorsteht, am Leben zu verzweifeln oder es endlich in den Griff zu bekommen.

Hier mehr über »Der dritte Mord« erfahren:

Tina ist jung, hübsch und chronisch pleite. Und nach ihrem ersten Tag als Hure ist sie tot. Ermordet. Zurück bleibt ihre verzweifelte Freundin Lale, die nicht weiß, wie sie ohne Tina weiterleben soll. Als Kommissar Birk die junge Deutschtürkin zum Tod der Freundin befragt, kommen sich beide näher. Doch dann werden weitere Menschen auf ganz ähnliche Weise ermordet – allerdings handelt es sich bei den neuen Opfern um Männer. Während Birk nicht weißt, ob er es mit einem oder zwei Serienkillern zu tun hat, verbringt Lale immer mehr Zeit mit Tinas Ex-Freund Jannis. Die junge Frau ahnt nicht, in welch tödlicher Gefahr sie schwebt …

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Dieser Blogbeitrag wurde verfasst von:

Oliver Becker

Becker Oliver

Oliver Becker stammt aus Blumberg im Schwarzwald und lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main. Er schreibt Historische Romane und Kriminalromane. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen zählt die Trilogie um die „Krähentochter“.

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