luzides träumen Klartraum Traumforschung bewusst träumen lucid
Unsere Lucid-Autoren über luzide Träumer und den aktuellen Stand der Traumforschung

Was wäre, wenn wir fremde Träume bereisen könnten?

Die zwei größten Mysterien sind das Universum und das Gehirn“, schreibt der amerikanische Wissenschaftler Michio Kaku in seinem Buch The Future of the Mind. In unzähligen Science-Fiction-Geschichten werden Astronauten in die Unendlichkeit des Alls geschickt. Doch ist auch eine Reise in die Universen möglich, die sich in unseren Köpfen befinden? Tatsächlich gibt es Menschen, die sehr bewusst und frei ihre Träume bereisen können:

Das sind so genannte luzide Träumer oder Oneironauten, wobei Oneiro das griechische Wort für Traum ist.

Luzide Träumer haben die Fähigkeit bewusst ihre Träume zu kontrollieren

Luzide Träumer bereisen so genannte Klarträume. „Ein Klartraum ist besser als jedes Videospiel“, sagt etwa der luzide Träumer Simon Rausch. In seinem Buch Oneironaut – Das Klartraum-Praxishandbuch schreibt er: „In einem Klartraum sind Sie sich bewusst, dass Sie gerade träumen. Dadurch fühlt sich der Traum völlig real an und untersteht Ihrer Kontrolle. Fliegen Sie über weite Landschaften, erschaffen Sie Ihre eigene Welt und erleben Sie die grenzenlose Freiheit, welche Ihnen nur ein Klartraum bieten kann.“

Absolute Kontrolle? Die Fähigkeit zu fliegen? Ganze Welten erschaffen? Wie gut, dass Klarträumer diese nahezu göttliche Macht nur in ihren eigenen Köpfen ausleben können. Doch was wäre, wenn die Macht entfesselt würde? Dieser so spannenden wie beunruhigenden Frage geht unsere Science Fiction-Romanreihe Lucid nach. Die luzide Träumerin und Studentin Signe Mortensen nimmt an Versuchen teil, ihre oneironautischen Fähigkeiten mittels Nanotechnologie in fremden Köpfen zu testen – ein Experiment, das außer Kontrolle gerät. Denn Signe gestaltet nicht nur die Träume anderer Menschen um und beeinflusst so deren Charakter, sondern stößt auch in ihre Erinnerungen vor und verändert diese. Wenn Signe träumt, wird sie gefährlich… Tödliche Träume.

Luzides Träumen kombiniert mit dem aktuellen Stand der Medizintechnik

Die noch fiktive Technik, die in »Lucid« diese Traumreisen möglich macht, hat eine reale wissenschaftliche Verwurzelung: Forscher arbeiten schon heute an – noch hypothetischen – Modellen, ganze Schwärme von Nanobots zu medizinischen Zwecken in den menschlichen Körper zu schicken. Doch was wäre, wenn ein solcher Schwarm ins Gehirn eindringt, die Reize, die im Traum verarbeitet werden, ausliest und sie in einen anderen Kopf sendet? Ab diesem Punkt wären die Gedanken endgültig nicht mehr frei. Und so ist »Lucid« auch eine Metapher auf unsere heutige moderne Welt, in der durch Datenanalysen oder Algorithmen Verhaltensweisen, Meinungen und Weltsichten ausgewertet, gesteuert und verändert werden und wir ständig mit der Sorge umgehen müssen, ausspioniert, einsortiert oder überwacht zu werden.

Mehr lesen: Warum sind Skandinavien-Thriller eigentlich so düster?

Verkettung von Traumforschung und Science Fiction Elementen

»Lucid« ist ein Thriller, der in einer nahen Zukunft spielt, aber auf wissenschaftlicher Forschung und Modellen von heute beruht. Ähnlich wie die Bücher von Michael Crichton oder Andreas Eschbach. So hält sich die Romanreihe an die Erkenntnisse der Traumforscher Stephen LaBerge, der als Pionier auf seinem Gebiet Klarträume wissenschaftlich nachweisen konnte und mit Howard Rheingold das Buch Träume, was du träumen willst, einen Besteller zum Thema luzides Träumen geschrieben hat. Die Story von Lucid ist angesiedelt am Forschungszentrum Jülich, wo an der Grenze zu Belgien und den Niederlanden weltweit hoch anerkannte Wissenschaftler unter anderem die neurologische Forschung vorantreiben.

Diese reale Grundlage und die wissenschaftliche Basis machen »Lucid« zu einem brisanten Stoff, der ganz entscheidende Fragen stellt. Etwa, was das „Ich“ eines Menschen ausmacht und welche ethische Verantwortung mit den ungeahnten technischen Möglichkeiten kommt, mit denen unsere Gesellschaft immer wieder neu konfrontiert wird. Die Antworten auf die großen Fragen finden sich vielleicht irgendwo in den Welten in unseren Köpfen. Doch die zu bereisen ist mindestens so gefährlich wie in die unbekannten Tiefen des Universums aufzubrechen.

Dieser Blogbeitrag wurde verfasst von:

Ähnliche Titel

Kommentiere den Beitrag

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

code